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Die Rolle des Darms für die Gesundheit

Im Fokus:

Der Darm

Darmassoziiertes
Immunsystem

Parodontitis als Regulationsstörung

So bleibt der Darm gesund

Vielleicht fragen Sie sich gerade, warum eine Seite zu Parodontitis ausführlich über den Darm informiert. Als größtes Immunorgan, größte Schleimhautfläche, Zentrale unserer bakteriellen Besiedelung und Ort der Nährstoffaufnahme ist ein intakter Darm enorm wichtig für unsere Gesundheit. Das gilt auch für ein gesundes Zahnfleisch!
So ist es denn auch kein Zufall, dass mit Itis-Protect® ein ganzheitlicher Ansatz zur Parodontitis-Behandlung in Studien überzeugen konnte, der auf ein Konzept zurückgeht, das ganz auf die Unterstützung des Darms, der Schleimhäute und des Immunsystems ausgerichtet ist.

Im Fokus: Der Darm

Es liest sich wie eine Aneinanderreihung von Rekorden: Der Darm sitzt mitten in unserem Körper und ist doch acht Meter lang, er hätte eine Gesamtoberfläche von 400 bis 500 Quadratmetern, wenn man ihn mitsamt aller Falten, Zotten und Krypten ausbreiten würde, und er beherbergt im gesunden Zustand bis zu 100 Billionen Bakterien aus annähernd 1.000 Bakterienarten. Als größtes inneres Organ des Menschen gilt der Darm als Zentrum unserer Gesundheit, denn er ist an vielen vitalen Prozessen beteiligt. Wenn er intakt ist, schützt er uns vor Krankheiten, stärkt unsere Abwehrkräfte und erhöht unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden.
Ist der Darm nicht in Balance, wirkt sich das auf unser Immunsystem und andere Organe aus. Nicht verwunderlich, denn er ist unmittelbar mit allen Regionen und Funktionen unseres Körpers verbunden. Alles, was wir in den Mund nehmen, gelangt durch den Verdauungsvorgang in den Darm. Dort löst der Darm die Nährstoffe aus der Nahrung und versorgt damit den gesamten Körper. Eine Störung im Darm bedroht also unser gesamtes gesundheitliches Gleichgewicht.

Funktionen des Darms

Der Darm ist aufgeteilt in den fünf bis sechs Meter langen Dünndarm, der an den Magen anschließt, und den etwa anderthalb Meter langen Dickdarm. Er vollendet die Verdauung von Nahrung, die im Mund durch die Zerkleinerung der Speisen beginnt und sich über Speiseröhre und Magen fortsetzt. Als zentrales Organ für die Gesunderhaltung von Körper und Seele erfüllt der Darm aber noch viele Funktionen, die weit über die Verarbeitung der Speisen hinausgehen.

  • Verdauung: Der Darm zerlegt die Nahrung mithilfe von Enzymen, die insbesondere über den Bauchspeicheldrüsengang und den Hauptgallengang eingeleitet werden, in ihre Grundbausteine und bereitet sie für die Nährstoffaufnahme bzw. Ausscheidung vor.
  • Nährstoffaufnahme: Bei der Verdauung von Speisen geht es in erster Linie darum, die Nährstoffe aus der Nahrung herauszutrennen und dem Körper zur Verfügung zu stellen. Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße werden im Dünndarm in einfache Zuckermoleküle, Fettsäuren und Aminosäuren zerlegt. Gemeinsam mit den aus der Nahrung herausgelösten Vitaminen und Mineralstoffen leitet der Darm diese Nährstoffe über die Darmzotten ins Blut- und Lymphgefäßsystem weiter. Von dort aus gelangen sie zu allen Organen und Körperzellen.
  • Ausscheidung und Entgiftung: Der Darm gehört neben Leber, Nieren, Lunge, Haut und Schleimhäuten zu unsern wichtigsten Ausscheidungsorganen. Regelmäßig gelangen von der Leber aufbereitete Giftstoffe über die Gallenflüssigkeit in den Darm, um auf diesem Wege mit dem Stuhl ausgeschieden zu werden. Das gilt insbesondere für schwer wasserlösliche Endprodukte, die nicht über Harn und Schweiß abgegeben werden können.
  • Regulation des Wasserhaushaltes: Indem der Darm das Wasser aus dem Speisebrei zurück ins Blut transportiert, sorgt er zuverlässig dafür, dass der Wasserhaushalt stabil bleibt. Dieser besteht neben dem Wasser, das wir durch Getränke und Nahrung zu uns nehmen, insbesondere aus Oxidationswasser, das aus dem Abbau von Nahrungsstoffen stammt.
  • Einfluss auf das Nervensystem: Über die sogenannte Darm-Hirn-Achse stehen Darm und Gehirn in regem Austausch miteinander. Wer glaubt, dass dabei das Gehirn Herr im Hause ist, sieht sich getäuscht: Geschätzte 80 Prozent  der Informationen fließen nämlich vom Darm zum Gehirn. Sogar unsere Stimmung wird durch den Darm beeinflusst: So wird der größte Teil des „Glückshormons“ Serotonin im Darm gebildet.
  • Bildung einzelner Vitamine: Einige Darmbakterien wie beispielsweise Escherichia coli und Lactobacillus acidophilus sind in der Lage, eigenständig gewisse Vitamine produzieren. Es handelt sich um die Vitamine B2 (Riboflavin), B9 (Folsäure), B12 (Cobalamin) und K2.
  • Barrierefunktion: Durch die Nahrungsaufnahme kommt der Darm täglich mit ganz unterschiedlichen Substanzen in Kontakt. Die einen – wertvolle Bestandteile der Nahrung – leitet er über die Schleimhäute in die Blutbahn weiter. Die anderen – z. B. Umweltgifte oder Nahrungschemikalien – muss er direkt wieder ausleiten, damit im Körper kein Schaden entsteht. Das nennt man die Barrierefunktion des Darms.
  • Immunsystem: Der Darm ist unser größtes Immunorgan. Unzählige Mikroorganismen, unter anderem im Blinddarm angesiedelte Zellen des Lymphsystems, ermöglichen dem Darm die Abwehr von Krankheitserregern. Im Darm-assoziierten Immunsystem (GALT) werden Abwehrzellen gebildet und geschult, damit sie zwischen gesundheitsfördernden und krankmachenden Keimen und Substanzen unterscheiden können. Die Kommunikation zwischen Immunzellen und Darmbakterien bildet die Grundlage für die Aktivierung von Abwehrmechanismen gegen schädliche Erreger.

 

Heutzutage ist es für den Darm nicht so leicht, alle Funktionen vollumfänglich zu erfüllen, da er mit vielen Belastungen des modernen Lebens zu kämpfen hat. Dazu gehören:

  • Zusatzstoffe: Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Verdickungsmittel, Füllstoffe, Emulgatoren – die Liste der chemischen Verbindungen, die wir über stark verarbeitete Lebensmittel zu uns nehmen, ist lang. Sie bilden einen Cocktail aus mehreren Kilogramm Nahrungsmittelchemikalien im Jahr, die den Darm belasten und in seiner Arbeit behindern.
  • Stress: Längerfristiger Stress stellt eine Belastung für den gesamten Körper dar und gilt als klassischer Auslöser für Magen- und Darmgeschwüre sowie entzündliche Darmerkrankungen. Bei Stress werden Verdauungsprozesse verlangsamt und die Produktion schleimhautschützender Substanzen reduziert. Das erklärt, warum beispielsweise Menschen mit Reizdarmsyndrom unter Stress eine Verschlechterung der Symptome erleben.
  • Bewegungsmangel: Schreibtischjobs, selbst kurze Wege mit dem Auto, abends erschöpft vor den Fernseher – unser Lebensstil führt zu einem Mangel an Bewegung, wenn wir nicht gezielt gegensteuern. Wer rastet, der rostet und erhöht das Risiko für Darmerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und psychische Erkrankungen.
  • Moderne Ernährung: Toastbrot zum Frühstück und Nudeln mit einer schnellen Sauce als Abendessen? Wer selten zu Obst und Gemüse greift und Vollkornprodukte sowie Hülsenfrüchte meidet, hat oft einen Mangel an Ballaststoffen. Und selbst, wer frisch kocht und Lebensmittel mit Bio-Siegel kauft, übersieht unter Umständen einen Mangel an Bitterstoffen. Denn Bitterstoffe wurden aufgrund der Vorliebe des Menschen für süße Nahrung aus vielen Lebensmitteln weggezüchtet

Wer also möchte, dass der Darm optimal funktioniert und unsere Gesundheit im Gleichgewicht hält, sollte seinen Lebensstil darauf einstellen und ihm regelmäßig Pflege und Unterstützung zukommen lassen.

Das darmassoziierte Immunsystem

70–80 Prozent aller Antikörper-bildenden Zellen sitzen in speziellen Schleimhautarealen des Darms. Ist also die Darmflora gestört, gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht. Der Körper hat dann nicht nur Probleme, krankmachende Keime abzuwehren, sondern wird auch anfällig für Autoimmunerkrankungen und Allergien, bei denen das Immunsystem überreagiert.
Wie genau funktioniert nun das darmassoziierte Immunsystem? Es ist der Ausdruck einer gesunden Mikrobiologie des Darms: Die unterschiedlichen Bakterien, die sich ab der Geburt im Darm ansiedeln, müssen im Gleichgewicht sein. „Gute“ Darmbakterien produzieren antibakterielle Stoffe und sorgen durch ihren Stoffwechsel für ein Milieu in dem sich andere nützliche Bakterien wohlfühlen, während krankmachende Bakterien zurückgedrängt werden.
Einige unserer nützlichen Darmbakterien stellen kurzkettige Fettsäuren her, die dazu beitragen, die sogenannte Darmbarriere, der in gewisser Hinsicht größten Kontaktfläche zu unserer Umwelt, zu erhalten. Schützende Bakterien unterstützen zudem das Hormonsystem bei seiner Arbeit und regen die Bildung körpereigener Abwehrstoffe an. Zusätzlich beherbergt ein gesunder Dickdarm Lymphozyten, die Antikörper gegen gefährliche Viren und Bakterien bilden und bei Bedrohung mithilfe von Botenstoffen Immunzellen aktivieren. Damit sie Freund und Feind sicher unterscheiden können, müssen die Abwehrzellen zunächst sorgfältig geschult werden. Auch dies geschieht zum Teil der Darm.
Das darmassoziierte Immunsystem ist ein Paradebeispiel dafür, dass der Körper als Einheit zu betrachten ist und vitale Vorgänge in Wechselwirkung ineinandergreifen: Ohne die Mikroorganismen könnte das Immunsystem den Körper nicht schützen – und ohne die Aktivität des Immunsystems würden unsere für unsere Gesundheit so entscheidende Darmflora aus dem Gleichgewischt geraten.

Parodontitis als Regulationsstörung

Eine Parodontitis tritt in Folge eines gestörten bakteriellen Gleichgewichts auf, das Entzündungsreaktionen auslöst und das Immunsystem schwächt. Die langjährige medizinische Einschätzung, es handele es sich um eine lokal begrenzte, isolierte Infektion des Zahnfleisches und des umliegenden Gewebes, ist heute widerlegt. Im Gegenteil wird die Parodontitis als Ausdruck einer gestörten körpereigenen Regulation des gesamten Organismus gesehen und zunehmend auch behandelt. Dabei gewinnt der Ansatz der Ernährungsmedizin im gleichen Maß an Bedeutung, in dem die Erkenntnisse sich verdichten, dass Darmstörungen auf eine unzureichende Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitaminen, Antioxidantien, Mineralstoffen, Spurenelementen, Fettsäuren, Aminosäuren, Enzymen) zurückgehen. So gilt beispielsweise als erwiesen, dass die längerfristige Einnahme von Coenzym Q10 über eine Regulation des Darms eine Parodontitis verbessern kann. Auch der Vitamin D3-Status wird in Verbindung mit chronischen Entzündungserkrankungen gesetzt (1). Ebenfalls erforscht: Die Einnahme von Vitamin E kann die Parodontalheilung verbessern (2).
Bereits ein latenter Mangel dieser und weiterer Nährstoffe kann die Entstehung chronischer Entzündungen fördern. Ist die Nährstoffversorgung im Gleichgewicht, sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Entzündungen im Körper abklingen können. Auch andere Therapien und beispielsweise pflanzlichen Präparate entfalten eine bessere Wirkung, wenn die Mikronährstoffversorgung stimmt.

So bleibt der Darm gesund

Obwohl so viele Menschen in modernen Gesellschaften in der einen oder anderen Form unter Darmstörungen leiden, ist es gar nicht so schwer, darmgesund zu leben:

  • Darmgesunde Lebensmittel: Ballaststoffe aus Vollkornbrot, Nüssen, Bohnen, Obst und Gemüse kurbeln die Verdauung an. Unverarbeitete Lebensmittel enthalten weniger Gift- und Zusatzstoffe, die den Darm belasten. Achten Sie darauf, sich vielfältig zu ernähren; damit nehmen Sie auch viele Nährstoffe auf.
  • Bewegung: Bewegung regt zum einen die Verdauung an, erhöht zum anderen aber auch den Grundumsatz und baut Muskulatur auf, was sich wiederum positiv auf den Darm auswirkt. Sie erfüllt aber noch einen anderen Zweck: Moderater Sport trägt zur Ausschüttung von körpereigenen Cannabinoiden, Serotonin und Dopamin bei, die allesamt das emotionale Gleichgewicht unterstützen. Und das kommt wiederum dem Darm zugute.
  • Wasser: Trinken Sie viel, am besten Wasser, möglichst zwei Liter täglich über den Tag verteilt. Wasser regt die Verdauung an und transportiert Giftstoffe aus dem Körper. Ausgenommen von dieser Empfehlung sind Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, die nicht zu viel Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen.
  • Gründlich Kauen: Es klingt banal, hat aber einen großen Effekt auf den Darm: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und kauen Sie gut. Je ausführlicher Sie Speisen bereits im Mund zerkleinern, desto besser kann der Darm arbeiten, und es kommt weniger zu Störungen wie beispielsweise Blähungen.
  • Essenspausen: Pausen zwischen den Mahlzeiten helfen dem Darm bei der Verdauungsarbeit. Sie wirken sich außerdem positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich auch das Intervall-Fasten, bei dem man mindestens zwei Mal pro Woche eine 16-stündige Pause zwischen zwei Mahlzeiten lässt. Der Darm wird entlastet, die Körperzellen bauen Schlacken und Giftstoffe ab – und nebenbei gehen auch ein paar überflüssige Pfunde verloren.
  • Lebensstil: Überprüfen Sie Ihren Lebensstil. Ungesunde Verhaltensweisen wie Stress, Schlafentzug, Tabakkonsum, Alkoholmissbrauch, aber auch voreilig eingenommene Medikamente gefährden das gesunde Zusammenspiel der Mikroorganismen im Darm.
  • Antibiotika: Lassen Sie sich nur dann Antibiotika verschreiben, wenn ganz sicher ein bakterieller Infekt vorliegt (gegen Virusinfektionen wirken Antibiotika nicht!) und es keine sanftere Alternative gibt. Die Einnahme von Antibiotika erhöht die Gefahr einer Resistenzentwicklung und schadet dem Darm, weil auch nützliche Bakterien getötet werden. Wenn Sie doch mal Antibiotika nehmen müssen, ergreifen Sie begleitend oder im Anschluss Maßnahmen zum Wiederaufbau der Darmflora. Empfehlenswert ist die Einnahme probiotischer Bakterien (Symbionten).
  • Probiotische Lebensmittel: Auch Nahrungsmittel, die von Natur aus probiotische Bakterien wie zum Beispiel Milchsäurebakterien enthalten, unterstützen eine gesunde Darmflora und haben einen positiven Effekt auf das Immunsystem. Dazu zählen milchsauer eingelegtes Gemüse wie Sauerkraut oder Kimchi, Kefir und probiotischer Naturjoghurt in Bio-Qualität.
  • Itis-Protect®: Die Nährstoff-Kur zum Diätmanagement bei Parodontitis ist ursprünglich ein auf die Pflege des Darms ausgerichtetes Konzept. Itis-Protect® liefert speziell abgestimmte Nährstoffe und Symbionten, unterstützt Schleimhäute und Immunsystem und verbessert das Regulationsverhaltens auf allen Ebenen des Organismus.

(1)    Uwitonze, A.M., et al.: Effects of vitamin D status on oral health. J Steroid Biochem Mol Biol. 175: 190–194, 2018, www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28161532
(2)    Singh, N., et al.: Vitamin E supplementation, superoxide dismutase status, and outcome of scaling and root planing in patients with chronic periodontitis: A randomized clinical trial. J of Periodontology, 85(2): 242–249, 2014, onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1902/jop.2013.120727